Gelenkbeschwerden und als Beispiel die Rheumatoide Arthritis

März 20, 2016

Gelenkbeschwerden sind ein häufiges Problem in der Hausarztpraxis. Es können praktisch alle Gelenke betroffen sein wie kleine Gelenke an den Händen und Füssen oder grosse Gelenke an den Hüften oder Schultern.

Eine Polyarthritis ist im Gegensatz zu den Polyarthralgien oder Polyarthrosen eher selten. Die rechtzeitige Diagnose hat aber sehr relevante langfristige Implikationen und darf nicht verpasst werden.

Eine Arthritis kann im Gegensatz zu den unspezifischen Arthralgien nur bei zweifelsfreiem Nachweis objektiver Zeichen einer Entzündung der Gelenkinnenhaut (Synovialitis) eigentlich mehrerer Gelenke gestellt werden. Klinisch zeigen sich dabei druckdolente (druckschmerzhafte), geschwollene und dabei meist in ihrer Funktion gestörte Gelenke (Funktionseinschränkung). Der Arthritis-Nachweis kann klinisch erfolgen. Synovialitiden können mit bildgebenden Methoden wie Ultraschall oder MRI dargestellt werden.

Von einer Polyarthritis wird rein deskriptiv bei einer Entzündung von 5 oder mehr Gelenken gesprochen. Der Begriff „Polyarthritis“ wurde in den letzten Jahrzehnten nicht einheitlich verwendet. Heutzutage spricht man von einer rheumatoiden Arthritis (RA). Eine chronische Gelenkentzündung kann im Fall der RA bereits mit der ersten klinischen Manifestation rasch zu irreversiblen Gelenkzerstörungen führen. Die entzündliche Aktivität der RA wird neben dem Gelenkbefund anhand humoraler Entzündungsparameter (wie CRP, BSR im Blut) bestimmt.

Die Differentialdiagnose der Polyarthritis bzw. der RA ist relativ breit. Dabei muss von viralen Infektionen (im Rahmen von Hepatitis B/C, HIV-Infektion, Epstein-Barr-Virus, Röteln oder Parvoviren), bakteriellen Infektionen, Kristallarthritiden und idiopathischen Arthritiden unterschieden werden.

Die RA kann heute gut medikamentös behandelt werden. Damit ist es möglich, Gelenkdestruktionen und Deformitäten frühzeitig zu verhindern. Die neueren Therapiemöglichkeiten, z.B. mit Einsatz von sog. Biologica, sind jedoch anspruchsvoll und erfordern eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Spezialisten (Rheumatologen) und dem Hausarzt.