Kindermisshandlung, mehr als ein Problem
Kindesmisshandlung ist mit langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden und gilt als relevanter Risikofaktor für die Entwicklung von Multimorbidität im Erwachsenenalter.
Die aktuelle Forschung zeigt, dass Betroffene im späteren Leben häufiger mehrere chronische körperliche und psychische Erkrankungen gleichzeitig aufweisen.
Zudem deutet die Evidenz darauf hin, dass diese Krankheitslast oft früher im Lebensverlauf beginnt und insgesamt ausgeprägter ist als bei nicht betroffenen Personen.
Damit stellt Kindesmisshandlung nicht nur ein akutes Schutz- und Versorgungsproblem dar, sondern auch einen wichtigen Prädiktor für die spätere gesundheitliche Entwicklung.
Als möglicher Mechanismus wird eine stressbedingte biologische Dysregulation angenommen. Schwere Belastungen in der Kindheit können die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse überaktivieren und die Kortisolsekretion dauerhaft verändern.
Dadurch kann die Immunfunktion beeinträchtigt werden, was mit einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie einem gesteigerten Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden ist.
Frühzeitige Unterstützung ist sehr wichtig. Wenn psychische oder neurologische Entwicklungsstörungen bereits im Kindesalter erkannt und therapiert werden, lässt sich der weitere Verlauf häufig positiv beeinflussen und das Risiko späterer Folgebelastungen verringern.
„Im Schmerz von Gestern liegt die Kraft von Heute„, wenn man es gut bearbeitet hat.
«Der Moment ist Vergangenheit und Zukunft zugleich» (Leonardo da Vinci)