Risikofaktoren

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    März 8, 2018

    Hirnkrankheiten machen Angst und grosse Sorge. Was man alles intellektuell, funktionell in den Jahren aufgebaut hat, geht dann zunehmend zu Grunde. Wie eine Sandburg, die man vorsichtig mit viel Anstrengung, Sorgfalt und Liebe gebaut hat und die nun durch Wind, Wellen und Sturm zerstört wird.

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    März 28, 2017

    Viele Leute fragen sich nach der Entstehung von Krebserkrankungen und chronischen Krankheiten. Die genaue Ursache von vielen Tumoren oder Krebskrankheiten kennt man bis heute nicht genau. In der Medizin spricht man häufig von Risikofaktoren, welche die Entstehung einer Krankheit favorisieren oder verhindern. Man weiss schon lange, dass die Entstehung einiger Krankheiten und Tumore durch das eigene Verhalten und durch Umweltfaktoren beeinflusst werden kann. Trifft […]

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Demenz und Alzheimer-Krankheit: mehr als die Abnahme des Gehirnvolumens.

Hirnkrankheiten machen Angst und grosse Sorge. Was man alles intellektuell, funktionell  in den Jahren aufgebaut hat, geht dann zunehmend zu Grunde. Wie eine Sandburg, die man vorsichtig mit viel Anstrengung, Sorgfalt und Liebe gebaut hat und die nun durch Wind, Wellen und Sturm zerstört wird.

Jede Person, welche sich mit diesem Thema befasst, fragt sich, was von mir übrig sein wird und wie die Anderen mit mir umgehen werden. Man möchte ihnen und den Leuten, die man gern hat, nicht zur Last werden. Man möchte sein Leben in Würde beenden und nicht lange pflegebedürftig bleiben.
Die grosse Frage, wie man mit einer neurodegenerativen Erkrankung umgeht und fertig werden kann, ist eine riesige Herausforderung für die betroffene Person und die Angehörigen. Dabei kommen nicht nur medizinische Fragen, sondern auch ethische, politische, ökonomische und kulturell-religiöse Faktoren dazu.

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder, bei denen eine Hirnschädigung zu einem schrittweisen Verlust des Gedächtnisses, des Denkens, der Erinnerung, der Orientierung oder der Verknüpfung von Denkinhalten führt.

Eine Demenz kann zahlreiche Ursachen haben. Einige Demenzformen werden als reversibel bezeichnet: Sie können durch eine geeignete Behandlung teilweise oder ganz geheilt werden. Dies ist etwa bei Stoffwechsel-Krankheiten, z.B. einer Schilddrüsenunterfunktion oder bei einem Vitamin-B12-Mangel, der Fall. Bei irreversiblen, also nicht rückgängig zu machenden, Demenzformen ist das Gehirn direkt erkrankt. Die Alzheimer-Krankheit und die sog. vaskuläre Demenz zählen zu den häufigsten irreversiblen Demenzformen. Demenz kann auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten, z.B. bei multipler Sklerose oder Schädel-Hirn-Verletzungen. Es gibt weiter Mischformen von Demenz, zum Beispiel vaskuläre Demenz kombiniert mit Alzheimer.

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Demenz-Fälle stark zu. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird sich die Zahl der weltweit Erkrankten bis 2030 auf über 70 Millionen verdoppeln. In Deutschland könnte sich die Zahl der Betroffenen bis 2050 von heute 1,1 auf 2,6 Millionen erhöhen, in der Schweiz auf über 300’000. Aktuell (2014) leben in der Schweiz über 100 000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz. Jährlich erkranken in unserem Land etwa 27 000 Menschen neu an Demenz.

Der Verdacht auf eine Alzheimererkrankung ergibt sich aufgrund von Krankheitssymptomen wie einer reduzierten Denk- und Merkfähigkeit, die anschliessend mit speziellen Testverfahren untersucht werden.

Mithilfe sogenannter Biomarker lassen sich die krankhaften Prozesse der Alzheimererkrankung jedoch viel früher nachweisen, noch bevor Symptome deutlich sind.

Anerkannte Biomarker für die Alzheimererkrankung sind die Proteine mit Amyloid beta und Tau sowie die Abnahme des Gehirnvolumens.

Das gehäufte Auftreten von diesen speziellen Proteinen im Gehirn kann man mit einer Positronen-Emissionstomographie (PET) lange vor den ersten Symptomen nachweisen.

Diese Biomarker alleine reichen aber noch nicht aus, ob die Betroffenen auch wirklich eine Demenz aufweisen, ist von weiteren R

Ein wichtiger Risikofaktor ist das Alter. Während unter 65-Jährige nur selten von Demenz betroffen sind, liegt der Anteil bei über 90-Jährigen bei rund einem Drittel. Die Erkrankungs-Wahrscheinlichkeit ist bei Frauen und Männern etwa gleich hoch. Dass dennoch etwa 70 Prozent der Demenzerkrankungen auf Frauen entfallen, hat vor allem mit ihrer höheren Lebenserwartung zu tun.

Eine Vielzahl an Risikofaktoren steht im Verdacht, das Demenzrisiko zu eröhen. Neben dem Alter und genetischen Aspekten gibt es eine Reihe modifizierbarer Risikofaktoren, denen unsere Aufmerksamkeit gelten sollte, wie z.B. Depressionen, chronischer Stress, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Es sind zahlreiche Demenzerkrankungen bekannt, wovon Alzheimer rund 60 Prozent aller Demenzfälle ausmacht. 20 Prozent der Betroffenen leiden an einer vaskulären Demenz. Bei Alzheimer verlieren ganze Gruppen von Nervenzellen im Gehirn allmählich ihre Funktionstüchtigkeit und sterben schliesslich ab. Zugleich kommt es zu einem Mangel an körpereigenen Substanzen, die den Austausch von Informationen zwischen den Gehirnzellen gewährleisten.
Die vaskuläre Demenz entsteht meistens durch arteriosklerotische Veränderungen oder einen Verschluss der Hirngefässe. Dies führt zu einer Minderdurchblutung im Gehirn und letztlich zum Absterben kleinster Hirngebiete bis hin zu ganzen Hirnarealen.

Nach internationalen Diagnosekriterien wie ICD-10 spricht man von der Demenz, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

Das amerikanische National Institute on Aging hat sieben Warnzeichen formuliert, die auf eine beginnende Alzheimer-Erkrankung hinweisen können:
Eine Person …

  1. wiederholt immer wieder die gleiche Frage.
  2. erzählt immer wieder die gleiche kurze Geschichte.
  3. weiss nicht mehr, wie bestimmte alltägliche Verrichtungen wie Kochen, Kartenspiel oder Handhabung der TV-Fernbedienung gehen.
  4. hat den sicheren Umgang mit Geld, Überweisungen, Rechnungen und ähnlichem verloren.
  5. findet viele Gegenstände nicht mehr oder sie legt sie an ungewöhnliche Plätze und verdächtigt andere Personen, den vermissten Gegenstand weggenommen zu haben.
  6. vernachlässigt anhaltend ihr Äusseres, bestreitet dies aber.
  7. antwortet auf Fragen, indem sie die ihr gestellte Frage wiederholt.

Für Menschen in der nahen Umgebung der betroffenen Person können dies Warnzeichen sein, ärztlichen Rat einzuholen. Dies geschieht in der Regel zuerst beim Hausarzt, der die Patienten meist seit vielen Jahren kennt und Veränderungen der geistigen und funktionalen Fähigkeiten am besten einordnen kann.
Zusätzlich zur Diagnose ist die Bestimmung des Demenz-Schweregrades (leicht, mittel oder schwer) wichtig. Dieser bezieht sich insbesondere auf das Ausmass der Betreuungsbedürftigkeit.

Ein Bekannter von mir hatte vor vielen Jahren die Schweregrade des Demenzleidens so definiert: «Erster Grad: Man sieht die Freunde und weiss ihren Namen nicht mehr. Zweiter Grad: Man geht auf die Toilette und vergisst danach die Hosen richtig zuzumachen. Dritter Grad: man vergisst auf die Toilette zu gehen.»

Fazit

Man darf hoffen, dass in nächster Zeit eine effiziente medikamentöse Behandlung des Hirnabbaus möglich wird.

Neben herkömmlichen Arzneimitteln hat sich die Arzneipflanze Gingko biloba zur Behandlung von kognitiven Störungen bewährt. Dies betrifft sowohl ene präventive Wirksamkeit als auch den Krankheitsverlauf und die Linderung neuropsychiatrischer Symptome bei Demenz.

Wussten Sie, dass die Demenz den Sinn für Humor verändert? D.h: Frontotemporale Formen beeinflussen das heitere Erleben am stärksten.

Weiteres:

Hirnleistungsstörungen im Alter lassen sich leider nicht vermeiden, aber hinauszögern durch:

Personen mit geringen kognitiven Reserven erreichen die Demenzschwelle früher, weisen dann aber eine langsame Abnahme der Gedächtnisleistung auf.

Bei grosser kognitiver Reserve kommen protektive Faktoren und kompensationsmechanismen zum Tragen, wodurch Leistungseinbussen lange hinausgezögert werden können. Wenn der Abbau dann einsetzt, wird rascher die Demenzschwelle erreicht.

Auch wenn es keinen Ursache-Wirkungs-Beweis gibt - eine ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht nur gut für die Allgemeinheit, sondern auch für das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit. Von amerikanischen Psychologen durchgeführte Studien zeigen einen eindeutigen Nutzen für das geistige Fitnesstraining durch eine ehrenamtliche Tätigkeit im pensionierten Alter. Ein Ehrenamt als sinnvolle Beschäftigung kann somit vor Demenz „schützen“.

 

PS

Wenn Sie mehr über das Leben zwischen diversen Gewohnheiten und Demenz lesen möchten, lade ich Sie herzlich ein, das Buch von

Frau Maria Apruzzese-Pittini, Hier und dort. Leben zwischen zwei Kulturen, erschienen im April 2017 durchzusehen.